Zersiedelungsinitiative erfolgreich gesammelt

Das Komitee der Zersiedelungsinitiative freut sich ausserordentlich über 125’000 gesammelte Unterschriften gegen die Zersiedelung und bereitet sich auf die weitere Kampagne vor. Denn noch immer wird täglich eine Fläche in der Grösse von acht Fussballfeldern verbaut. Mit über 90’000 Unterschriften haben die Jungen Grünen den gewichtigsten Beitrag an die Unterschriftensammlung geleistet.


Die eidgenössische Volksinitiative «Zersiedelung stoppen – für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung (Zersiedelungsinitiative)» wurde erfolgreich gesammelt. «Menschen unterschiedlichster politischer Herkunft unterzeichneten die Initiative. Die Zersiedelung beschäftigt die Schweizer Bevölkerung stark.» fasst Luzian Franzini, Co-Präsident der Jungen Grünen, die Unterschriftensammlung zusammen. Trotzdem war die Sammlung ein Kraftakt und gelang nur dank dem enormen ehrenamtlichem Einsatz zahlreicher Engagierter. So wurden beispielsweise mehr als die Hälfte aller Unterschriften von nur 50 Einzelpersonen der Jungen Grünen gesammelt.

 

Bevor die Initiative jedoch am 21. Oktober bei der Bundeskanzlei eingereicht werden kann, müssen die Unterschriften nun noch bescheinigt werden. Das Initiativkomitee ruft deshalb auf, alle gesammelten Unterschriften so schnell wie möglich dem Komitee zukommen zu lassen.

 

Die Zersiedelungsinitiative bietet die Grundlage für ein umweltverträgliches und nachbarschaftliches (Zusammen-)Leben. Mit besseren Rahmenbedingungen für nachhaltige Quartiere will die Initiative das Wohnen und Arbeiten am selben Ort fördern. Weiter ermöglichen kleinräumige Strukturen kürzere Verkehrswege und schaffen Raum für lebendige Nachbarschaften. Heutige regulative Hürden für nachhaltige Quartiere, wie Sondernutzungszonen und Parkplatzpflicht, werden mit der Zersiedelungsinitiative abgeschafft.

 

Um die Zersiedelung zu stoppen, müssen gemäss Initiative Neueinzonungen von Bauland zukünftig kompensiert werden. Dies schafft einen wichtigen Anreiz, das vorhandene Bauland auch effizient zu nutzen, anstatt immer mehr Grünland zu verbauen. Gemäss Berechnungen auf Basis der Zahlen vom Bundesamt für Statistik BFS sind die bestehenden Baulandreserven gross genug, um Wohnraum für eine wachsende Bevölkerung zu schaffen – ohne ein einziges neues Hochhaus. Jedoch ist es höchste Zeit, dass die Gemeinden die tiefsten Bauklassen um eine oder zwei derselben erhöhen. Auch dafür sorgt die Initiative. «Es braucht dringend Rahmenbedingungen, dass endlich mehr Wohnraum in den Zentren geschaffen werden kann, anstatt immer weiter ins Grüne zu bauen.» resümiert Andreas Lustenberger, Präsident der Initiative. Damit liefert die Initiative auch eine Antwort an diejenigen Kräfte, welche für die Zersiedelung einzig die Zuwanderung verantwortlich machen wollen. Denn Fakt ist: In den letzten 40 Jahre stieg der Wohnflächenbedarf zweieinhalbmal so stark wie die Gesamtbevölkerung1.

 

Die Zersiedelungsinitiative wird getragen von den Grünen, Neustart Schweiz, der Juso, der Alpeninitiative, umverkehR, der jungen EVP, dem Hausverein Schweiz, mountain wilderness, Pro Velo Schweiz, fossile-free.ch, Fussverkehr Schweiz, Décroissance Bern, DANACH. Die Hauptträgerschaft und Kampagnenleitung liegt bei den Jungen Grünen.

 

» Mehr über die Initiative

 

1 Bundesamt für Statistik. (2015). Die Bodennutzung in der Schweiz: Auswertung und Analysen.