Zersiedelungsinitiative: Der Bundesrat ist dagegen, das BFS zeigt etwas anderes

Während der Bundesrat seine Ablehnung der Zersiedelungsinitiative kundtut, zeigt das Bundesamt für Statistik auf, dass der Verlust von Boden, Natur und Landschaft in hohem Tempo weitergeht.Heute hat der Bundesrat seine Abstimmungserläuterungen und damit seine Ablehnung zur Zersiedelungsinitiative präsentiert. Das Initiativkomitee ist nicht überrascht. Der Bundesrat verkennt den Wunsch der Bevölkerung nach einem griffigen Schutz des Kulturlandes.

 

Zur gleichen Zeit hat das Bundesamt für Statistik die neuen Resultate der Arealstatistik vorgestellt. Sie zeigen, dass die Siedlungsfläche in den 21 Kantonen, für welche Ergebnisse vorliegen, von 1982 bis 2015 um 31 Prozent gewachsen ist. Im Durchschnitt wurden jedes Jahr 2700 Fussballfelder überbaut. Auf die gesamte Schweiz hochgerechnet sind es noch mehr. Das jährliche Siedlungsflächenwachstum hat sich seit den Achtziger Jahren von 1 Prozent auf 0.7 Prozent nur wenig abgeschwächt. Bei einigen Sparten hat sich der Flächenverbrauch sogar wieder etwas beschleunigt. Insgesamt zeigt sich, dass der Boden- und Landschaftsverlust nach wie vor hoch ist. Die acht Fussballfelder, die jeden Tag überbaut werden, bleiben aktuell.

 

Jede Sekunde ein Verlust von fast 1 Quadratmeter Boden – das wird das zentrale Thema der kommenden Abstimmung am 10. Februar sein. Und die heute publizierten Zahlen zeigen, dass ein Zersiedelungsstopp dringend bleibt, auch wenn die Gegner weismachen wollen, dass das Problem nicht existiert.

 

Richtigstellung: Der Bundesrat bemerkt in seiner Medienmitteilung, dass die Initiative Gewächshäuser in der Landwirtschaftszone verbietet. Das ist falsch. Die Initiative lässt die bodenabhängige Landwirtschaft weiter zu. Es ist die Absicht der Initianten, dass darunter sämtliche Produktion fällt, die direkt mit dem Boden verbunden ist. Dies wurde bereits früher kommuniziert.