UREK-N verpasst die Chance für besseren Landschaftsschutz

Die Umweltkommission des Nationalrats empfiehlt die Zersiedelungsinitiative zur Ablehnung. Nun liegt es an den umweltfreundlich denkenden Kräfte im Nationalrat, die Richtung zu wechseln und den Landschaftsschutz mit einem Ja zur Initiative zu stärken.

 

Die UREK des Nationalrats lehnt die Volksinitiative «Zersiedelung stoppen – für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung» ab und verpasst es, die unverbauten Landschaften und das Kulturland für die Zukunft zu erhalten. Die aktuelle Gesetzgebung sieht einen weiterhin steigenden Bodenverlust vor, indem über die kantonale Richtplanung schrittweise neues Bauland eingezont wird. Es steht heute schon fest, dass damit die Zersiedelung in Zukunft weitergehen wird. Zusätzliche Verschlechterungen drohen ausserdem mit der kommenden zweiten Revision des Raumplanungsgesetzes sowie mit zahlreichen Vorstössen im Parlament, welche das Bauen ausserhalb der Bauzonen noch mehr ausweiten wollen.

 

«Alle Parteien anerkennen, dass der Kulturlandschutz wichtig ist. Aber nur wenige wollen dafür etwas tun», sagt Luzian Franzini, Co-Präsident der Zersiedelungsinitiative. Umso wichtiger ist es, die Zersiedelungsinitiative zu unterstützen. Die Allianz hinter der Initiative, der schon zahlreiche Organisationen beigetreten sind und die weiter wächst, fordert den Nationalrat auf, in der Sommersession der Initiative zuzustimmen. Auch die Umweltallianz, bestehend aus Pro Natura, WWF, VCS und Greenpeace, empfiehlt die Initiative zur Annahme. Insbesondere die Parlamentarierinnen und Parlamentarier, die sich für eine nachhaltige Entwicklung und den Erhalt der Grünflächen einsetzen, sind gefordert, der Zersiedelungsinitiative zum Durchbruch zu verhelfen.

 

Zur Initiative: Die Zersiedelungsinitiative verlangt, dass Neueinzonungen von Bauland durch entsprechende Rückzonungen andernorts kompensiert werden. Ausserdem soll das Bauen ausserhalb der Bauzonen auf standortgebundene Bauten von öffentlichem Interesse sowie für die bodenabhängige Landwirtschaft benötigte Bauten beschränkt werden. Und schliesslich fördert die Initiative eine qualitativ hochwertige Siedlungsentwicklung nach innen durch nachhaltige Quartiere.