Neue Zahlen: Zersiedelung schlimmer als angenommen

Die Zersiedelung ist noch weit schlimmer als angenommen. Die neuste Arealstatistik bestätigt, dass in der Westschweiz die Siedlungsfläche jährlich um 1400 Fussballfelder zunimmt. Abhilfe kann hierbei nur die Zersiedelungsinitiative schaffen, welche die eingezonte Baufläche konstant halten möchte.

 

Die Landwirtschaft verliert jährlich 1100 ha oder 5.9% ihrer Gesamtfläche. Der Trend zeigt sich leider bereits seit längerer Zeit: in den letzten 33 Jahren nahm die Siedlungsfläche fast um einen Drittel zu, was der eineinhalbfachen Fläche des Neuenburgersees entspricht. Diese Entwicklung bedroht die Lebensqualität, die Versorgung mit lokalen Lebensmitteln sowie die Biodiversität massiv. Profitiert hat nur die Baulobby, welche sich dank lockerer Gesetzgebung seit Jahren eine goldene Nase verdient.

 

Um in der Schweiz weiterhin Grünflächen und Naherholungsgebiete zu bewahren, braucht es nun eine konsequente Gesetzgebung. Die nationale Volksinitiative «Zersiedelung stoppen – für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung» fordert, dass keine neuen Flächen mehr eingezont werden können, ohne dass eine gleichwertige Zone ausgezont werden würde. Dies ist dringendst nötig: «Das bestehende Raumplanungsgesetz ist löchrig und wirkungslos» ist Luzian Franzini, Co-Präsident der Jungen Grünen überzeugt. So steigt die beanspruchte Siedlungsfläche weit stärker, als dies das relativ moderate Bevölkerungswachstum vermuten lassen könnte.

 

Die Initiative wurde im Oktober mit über 130’000 Unterschriften eingereicht und wird von einer breiten Allianz aus Umweltverbänden und Parteien unterstützt.