Mit der Zersiedelungsinitiative gegen das Ausufern der Parkplätze

In der Schweiz gibt es unzählige Parkplätze, aber kaum autofreie Siedlungen. Die Zersiedelungsinitiative schafft hier Abhilfe, indem sie nachhaltige Quartiere fördert.

 

Laut Schätzungen verschiedener Experten gibt es in der Schweiz 8 bis 10 Millionen Parkplätze. Das sind zwei Parkplätze pro Auto. Was dies für Lärm, Abgase und Klima bedeutet, ist hinlänglich bekannt. Nun zeigt der neue Bericht des Bundesamts für Statistik, dass die Parkplätze auch sehr viel Fläche beanspruchen: Im Jahr 2009 waren es ca. 6404 Hektaren, was fast dem Doppelten des Kantons Basel-Stadt entspricht. Dabei sind Parkplätze in Tiefgaragen, Einfamilienhäusern und alle anderen Parkplätze mit weniger als 10 Parkfeldern noch nicht einmal mitgezählt. Die offiziell erhobene Parkplatzfläche hat von 1985 bis 2009 um 55.4% Prozent zugenommen, während die Wohnbevölkerung nur um 17.5% angestiegen ist.

 

Gleichzeitig wird festgestellt, dass es in der Schweiz, vor allem in den grossen Städten, immer mehr autofreie Haushalte gibt. Gebietsweise sind es schon mehr als 50% der Haushalte. Trotzdem gibt es kaum autofreie Siedlungen in der Schweiz, weil fast alle Kantone eine minimale Parkplatzanzahl pro Wohnung vorschreiben. Auch hier setzt die Zersiedelungsinitiative an, welche die Jungen Grünen Ende April lancieren: Sie fördert nachhaltige Quartiere, indem sie deren Rahmenbedingungen verbessert. Die Abschaffung der Parkplatzpflicht ist eine bedeutende Massnahme, um nachhaltige und in diesem Fall autofreie Quartiere zu ermöglichen.

 

Quellen:
Tagesanzeiger vom 24.03.2015. Parkplatz-Land Schweiz
Bundesamt für Statistik. 2015. Die Bodennutzung in der Schweiz.