Einstöckige Bauten gehören zu den Treibern der Zersiedelung.

Einstöckig gebaut – viel Wiese versaut

Die ineffiziente Bodennutzung ist die Hauptursache der Zersiedelung. Das Beispiel Aldi zeigt deutlich auf, was schlechte Raumplanung ist. Mit einem Transparent fordern unsere Hauptträger, die Jungen Grünen, eine effiziente Bauweise und nachhaltige Mobilität.

 

Ein anschauliches Beispiel, wie schlecht in Industrie und Gewerbe mit der Ressource Boden umgegangen wird, liefert der Detailhändler Aldi: Fast alle Filialen in der Schweiz sind einstöckig gebaut. Damit wird eine riesige Fläche beansprucht, die man durch mehrstöckige Bauweise dementsprechend mehrfach reduzieren könnte. Doch damit nicht genug, eine mindestens ebenso grosse Fläche wie das Gebäude fällt in den Filialen einem übergrossen Parkplatz zum Opfer. Statt die Zahl der Parkfelder auf ein vernünftiges Mass zu reduzieren und den Parkplatz in eine Tiefgarage unter das Gebäude zu legen, wird eine maximale Fläche beansprucht. „Aldi schert sich offensichtlich weder um die Umwelt noch um das Landschaftsbild.Landverschleiss scheint profitabler zu sein als effiziente Bodennutzung.“ sagt eine Aktivistin der Jungen Grünen.

 

Sie fordern von Aldi, aber auch von allen anderen Industriebetrieben, einen sparsamen Umgang mit dem Boden sowie Mobilitätskonzepte, die auf den öffentlichen sowie den Fuss- und Veloverkehr statt auf den motorisierten Individualverkehr setzen. Zusammen mit allen Partnern der Zersiedelungsinitiative fordern die Jungen Grünen von der Politik günstige Rahmenbedingungen, die eine qualitativ hochwertige Verdichtung, speziell im Industrie- und Gewerbegebiet, fördern. Die Zersiedelungsinitiative ist die richtige Antwort auf das Problem: Sie stoppt den Landschaftsverschleiss und sorgt gleichzeitig für eine hochwertige Siedlungsentwicklung nach innen.

 

Jeden Tag werden in der Schweiz mehr als acht Fussballfelder an Grünfläche überbaut. Damit geht jede Sekunde fast ein Quadratmeter unverbauter Boden verloren. Die Auswirkungen auf das Landschaftsbild, aber vor allem auf den Energie- und Ressourcenverbrauch, das Verkehrswachstum und damit auf das Klima sind verheerend.

 

Die Gründe für dieses Umweltproblem sind weniger im Bevölkerungswachstum als vor allem im verschwenderischen Umgang mit der Ressource Boden zu suchen. Von 1985 bis 2009 wuchs die Bevölkerung um 17.5% während die Fläche für Wohnbauten um 44.1%, also das Zweieinhalbfache anstieg. Schlechte Raum- und Siedlungsplanung führten zu einer ineffizienten Bodennutzung und zu einem steigenden Flächenbedarf pro Kopf.

 

Noch gravierender ist die Entwicklung ausserhalb des Wohnbereichs. So nahm die Fläche der Parkplätze in der Schweiz gleichzeitig um 55.4% zu, also gut dreimal so stark wie die Bevölkerung. In der Industrie ist die bisherige Entwicklung ebenfalls besorgniserregend. Von dem zwischen 1985 und 2009 neu geschaffenen Industrie- und Gewerbeareal gingen 71% auf Kosten von Ackerland, Naturwiesen und weiteren Landwirtschaftsflächen. Statt die Ausnützung der bisherigen Areale zu verbessern, wurde vor allem auf die grüne Wiese gebaut.

 

Quelle: Bundesamt für Statistik. (2015). Die Bodennutzung in der Schweiz: Auswertung und Analysen. Neuchâtel