Kulturland erhalten
Landschaft schützen
Siedlungsbrei stoppen
Kein Betonwildwuchs

Deshalb gibt es die Zersiedelungsinitiative

  • In den vergangenen Jahrzehnten wurden tausende Hektaren Kulturland, naturnahe Landschaften und weitere Grünflächen überbaut. Nach wie vor geht jede Sekunde fast ein Quadratmeter Grünfläche verloren.
  • Die Zersiedelung schreitet voran, weil das Bauland immer weiter vergrössert wird. Der Umgang mit dem Boden ist verschwenderisch.
  • Die Zersiedelungsinitiative weist den Weg zu einer massvollen Nutzung des Bodens. Sie stoppt die Zersiedelung, indem sie die Bauzonen nicht mehr weiterwachsen lässt. Gleichzeitig soll ausserhalb der Bauzonen nur gebaut werden, was wirklich nötig ist.
  • Die Zersiedelungsinitiative bewahrt die schönen Landschaften in der Schweiz und damit auch unsere Lebensqualität. Durch einen haushälterischen Umgang mit dem Boden wird auch weiterhin genug Wohnraum für alle geschaffen, ohne dass dafür Grünflächen geopfert werden müssen.

Abstimmungstermin steht fest – die Initiant*innen sind bereit für den Abstimmungskampf

Die Zersiedelungsinitiative kommt am 10. Februar 2019 zur Abstimmung.
Die Kampagne für den Schutz des Bodens und der Landschaft nimmt Fahrt auf.

 

Der Bundesrat hat heute Mittwoch die Abstimmungsvorlagen für den 10. Februar 2018 bekannt gegeben. Nachdem die Zersiedelungsinitiative bereits in der Sammelphase auf grossen Anklang gestossen ist und im Oktober 2016 mit 113’000 Unterschriften erfolgreich eingereicht wurde, hat die Schweizer Stimmbevölkerung in vier Monaten nun die Gelegenheit, sich für eine nachhaltigere Raumplanung auszusprechen. Denn noch immer werden in der Schweiz jeden Tag im Durchschnitt Grünflächen von acht Fussballfeldern überbaut und gehen so als Kulturland und Naherholungsflächen für immer verloren.

 

Die Zersiedelungsinitiative beendet einerseits die verheerende Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte. Andererseits ist sie eine massvolle Antwort, indem durch einen haushälterischen Umgang mit dem Boden der Flächenverbrauch eingedämmt wird. Mit effizienter Bauweise und nachhaltigen Quartieren können die Grünflächen für die Zukunft gesichert und die Wohn- und Lebensqualität gesteigert werden. Das Initiativkomitee ist bereit für die Abstimmungskampagne. Die Abstimmungsallianz besteht aus Organisationen wie der Kleinbauernvereinigung oder Pro Natura, den Grünen und Jungen Grünen und weiteren Mitträger*innen. Die Allianz wächst ständig und bringt von Landwirtschaft über Landschaftsschutz bis Verkehrspolitik zahlreiche wichtige Interessen zusammen.

 

Die Zersiedelungsinitiative verlangt, dass Neueinzonungen von Bauland durch entsprechende Rückzonungen andernorts kompensiert werden. Ausserdem soll das Bauen ausserhalb der Bauzonen auf standortgebundene Bauten von öffentlichem Interesse sowie für die bodenabhängige Landwirtschaft benötigte Bauten beschränkt werden. Und schliesslich fördert die Initiative eine qualitativ hochwertige Siedlungsentwicklung nach innen durch nachhaltige Quartiere.

Zersiedelung stoppen: Frankreich geht voran

Die französische Regierung nimmt in ihrem Plan für den Schutz der Biodiversität die Zersiedelungsinitiative quasi vorweg. Das zeigt, dass die Initiative einen vernünftigen und moderaten Weg einschlägt.

 

Verschwindet die Artenvielfalt, so verschwinden die menschlichen Lebensgrundlagen. Der ungebremste Verlust von natürlichen Lebensräumen ist eine der zentralen Herausforderungen der Umweltpolitik. Der Umweltminister Frankreichs, Nicolas Hulot, zeigt in einem umfassenden Plan, wie dem Biodiversitätsverlust begegnet werden sollte. Unter den 90 Massnahmen ist dabei auch eine ganz entscheidende: Jeder neu versiegelte Quadratmeter Boden soll durch einen zusätzlichen Quadratmeter Naturfläche kompensiert werden. Das bedeutet, dass die versiegelte Fläche unter dem Strich nicht wachsen darf.

Die Initiative «Zersiedelung stoppen – für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung» formuliert eine Idee für die Schweiz, die nicht so weit geht wie die französische Variante, aber grundsätzlich analog ist: Neues Bauland wird nur eingezont, wenn dafür eine mindestens ebenso grosse Fläche ausgezont wird. Das ist die Voraussetzung dafür, dass die Zersiedelung endlich gestoppt werden kann.

Dass diese Forderung nicht radikal, sondern vernünftig ist, bestätigt die Entwicklung in Frankreich, wo die Regierung die Massnahme selber vorschlägt. In der Schweiz beklagen der Bundesrat und das Parlament die fortschreitende Zersiedelung zwar, lehnen aber griffige Massnahmen dagegen ab. Ganz anders in Frankreich, da will die Regierung selbst mit der Umsetzung starten. Schlussfolgerung: Auch die Schweiz kann die Chance packen, wenn sie der Zersiedelungsinitiative zustimmt.

Zersiedelungsinitiative und RPG ergänzen sich

Die Zersiedelungsinitiative wurde in beiden eidgenössischen Räten behandelt, heute fand die Schlussabstimmung statt. Die Debatte lief heiss. Einig waren sich alle, dass der Boden eine wertvolle Ressource ist und dass die Landschaften geschützt werden sollten – genau wie es die Initiative fordert. Neben zahlreichen guten und informierten Beiträgen waren aber auch solche mit Falschaussagen zu hören.
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Ständerat für die Zubetonierung der Schweiz

In der heutigen Debatte im Ständerat konnte sich die Beton-Lobby durchsetzen. Sie lehnte die Zersiedelungsinitiative und damit einen massvollen Umgang mit der Ressource Boden ab. Die beiden weiteren Raumplanungsvorlagen des Tages zeigen klar, dass Bundesbern den Kulturlandschutz weiter verwässern will.

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Ständerat muss UREK korrigieren

Der Ständerat sollte im Gegensatz zu seiner vorberatenden Kommission die Zersiedelungsinitiative unterstützen und die Raumplanung in eine vernünftige Richtung lenken. Die bestehenden Massnahmen gegen den Grünflächenverlust reichen bei weitem nicht aus.

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